Kunst-Auktionshaus WENDL, Rudolstadt in Thüringen

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98th | Autumnauction
22th to 24th October 2020

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Pre-Sale Report of the 98th  Auction

Während sich der Sommer dem Ende neigt, werden in Rudolstadt noch einmal große Schätze geborgen. Unentdeckt, teils unbeachtet schlummerte so manches Kunstwerk auf einem Dachboden und wird nun bei WENDLs von den dicken Staubschichten der Vergangenheit befreit. Ein solches Meisterwerk alter Zeiten ist das 1562 entstandene Porträt des berühmten Arztes und „Stadtpysikus zu Nürnberg“ Heinrich Wolff (1520-1581). Geschaffen hat es der aus Brüssel stammende Maler Nicolaus Neufchatel, der sich, bedingt durch die Calvinistenverfolgung in den spanisch besetzten Niederlanden, in Nürnberg niederließ. Dort genoss er großes Ansehen als Bildnismaler und porträtierte Persönlichkeiten aus Politik, der Wissenschaft und der gehobenen Stände. Auch Kaiser Maximilian II. ließ sich und seine Tochter Anna von ihm porträtieren.
Letzter Besitzer des Bildes war ein privater Sammler, der es vor etlichen Jahren im süddeutschen Kunsthandel erwarb. Trotz falscher Datierung und der Übermalungen, die inzwischen abgenommen wurden, erkannte er seine Qualität. Nach langer Recherche lässt sich nun die Provenienz des Porträts bis zum Jahr seiner Entstehung 1562 nachvollziehen. Limitiert ist das Bild mit 36.000 Euro.

Insgesamt kommen 3.500 Lose vom 22. bis 24. Oktober zum Aufruf. Unter den ca. 700 Gemälden warten viele Entdeckungen mit Potential, so z. B. „Die Kirche St. Peter und Paul im Schuwalow-Park St. Petersburg“ (Limit: 2.000) des russischen Malers Iossif Iossifowitsch Charlemagne (1824 – 1870); zwei stürmische Küstenstücke eines Altmeisters (Limit: 3.900 Euro); „Der Erfurter Dom“ von Friedrich Eibner (1826 – 1877, Limit: 4.600 Euro) oder eine Ansicht von Francesco Zerillis (1793 – 1837, Limit: 3.600 Euro).
Bunt und teils wild wird es in der Sparte „WENDL moderne“, z.B. mit dem kubistischen „Dorf auf der Halbinsel Krim“ von Aristarkh Lentulov (1882 – 1943, Limit: 3.900 Euro).  
Beim grafischen Werk findet man eine Vorzugsausgabe „Die Wunder des Himmels“ mit vier Druckplatten von Johnny Friedlaender (1912 – 1992) ebenso wie die Lithografie „Sieh doch die Harlekins“ von Werner Tübke (1929 – 2004, Limit: 550 Euro). Geduldig wartet ein auf einer Parkbank sitzender Herr des bekannten Berliner Malers Lesser Ury (1861 – 1931, Limit: 1.500 Euro) in der Kategorie Grafik auf seinen neuen Eigentümer.

Unter den mehr als 700 Porzellanen befinden sich feinste barocke Stücke mit Chinoiseriemalerei der Manufaktur Meissen (Limit: 420 bis 900 Euro), eine seltene, von Johannn Joachim Kaendler (1706 – 1775) entworfene Meissen-Teekanne in Form einer sitzenden Henne mit Küken als Deckelknauf  (Limit: 1.900 Euro) oder eine 45 cm hohe, seltene Figurengruppe „Jupiter und Semele“, die ebenfalls von Kaendler für die Manufaktur Meissen entworfen wurde (Limit: 2.400 Euro). Verführerisch in nie verblassender Farbenpracht und Schönheit verzückt ein Porzellangemälde der KPM. Die „Schlummernde Venus“ nach Giorgione (Limit 700 Euro) wurde vom berühmten Porzellanmaler Louis Scherf aus Lichte gemalt, der 1904 für seine Arbeiten eine Goldmedaille auf der Weltausstellung in St. Louis erhielt. Bemerkenswert gut erhalten ist das mit antiken Göttern und Personifikationen farbig bemalte und reich vergoldete Empire-Kaffeeservice der Manufaktur Nymphenburg (Limit: 3.900 Euro). Ansichtentassen, Flora Danica-Porzellan aus Copenhagen, unzählige Meissen-Porzellane und hochwertige Figuren des Jugendstils und Art Déco gehören ebenso zur Offerte. Ein Highlight für Jugendstilsammler ist der seltene große Wandteller mit dem Titel „Der Frühling“ mit der Darstellung eines Mädchens in einem Teich mit Seerosen und Schwänen in weicher Paté sur Paté-Malerei. 

Auch in allen anderen Sparten sind herausragende Stücke zu finden. Wer jetzt schon an Weihnachten denkt, findet exquisite Accessoires mit Brillanten, Rubinen und Diamanten in der Sparte Schmuck. Beim Spielzeug glitzert alter Weihnachtsbaumschmuck, während Erzgebirgsspielzeug und zahlreiche Puppenstuben zurück in alte Zeiten entführen. Ein französischer Puppenautomat mit Spieluhr bewegt sich zu sanften Klängen und auch Charakter- und Käthe-Kruse-Puppen sowie drei seltene Steiff-Figuren – darunter ein Clown (Limit: 600 Euro) und ein Soldat (Limit: 300 Euro) gehören zum Angebot.  

Bedeutend sind sechs Bände des 21-bändigen Geschichtswerkes „Theatrum Europaeum“, welches ab 1633 durch den berühmten Kupferstecher und Verleger Matthäus Merian publiziert wurde (Limit: je 600 Euro).
Unter den Uhren gibt es eine kaum getragene Automatik-Herrenarmbanduhr Glashütte „Senator“ in originaler Schatulle (Limit: 1.900 Euro). Aus dem Nachlass eines süddeutschen Sammlers stammt die Barocke Stutzuhr "Thomas Oswaldt Prag", Limit 1.400 Euro sowie eine Vielzahl unlimitierter Empire-Pendulen, barocker Stutzuhren (u. a.) und österreichischer Biedermeier-Portaluhren. Aus eben wurden auch barocke Skulpturen und eine vergoldete Relieftür aus Nadelholz mit dem auferstandenen Christus und Triumphkreuz eingeliefert.

Besonders prachtvoll sind in der Kategorie Metallarbeiten zwei 84 cm hohe und jeweils neun Kilogramm schwere, 6-flammige Empire-Figurenleuchter mit Viktoria-Figuren aus dem 18. Jahrhundert (Limit: 7.000 Euro).

Das große Angebot verschiedenster Bestecke (darunter 2 große Besteckschränke) sowie eine handgetriebene Art-déco-Deckelschüssel mit Traubendekor aus der dänischen Manufaktur Georg Jensen (Limit: 3.300 Euro) sind beim Silber erwähnenswert. In der Kategorie Keramik spannt sich der Zeitbogen von Fayencen des 18. Jh. bis zur Moderne. Pablo Picasso ist mit einer Platte mit Stierkopf von 1956 und einer Schale mit Grashüpfer vertreten (Madoura, Limit: 3.500 Euro bzw 2.500 Euro).  

Neben einer feuervergoldeten Buddha-Statue des Thangton Gyalpo, auch bekannt als „König der Weiten Ebenen“ oder „Tibetischer Leonardo da Vinci“ (Limit: 550 Euro) ist die Kategorie aussereuropäische Kunst mit weiteren außergewöhnlichen Objekten bestückt.

Freuen Sie sich auf den neuen Katalog, der Anfang Oktober als Druckexemplar und bereits Ende September online verfügbar ist. Ab diesem Zeitpunkt nehmen wir gern Ihre Gebote entgegen, die Sie nun besonders einfach über Ihren Account auf unserer Website abgeben und deren Erfolg verfolgen können. Live mitsteigern kann man über unsere Website und drei weitere Live-Biet-Portale. Ab dem 17. 10. ist unsere historische Villa zur Besichtigung wieder liebevoll dekoriert. Wir freuen uns darauf, sie bei uns nach Anmeldung begrüßen zu dürfen.