115. | SommerAuktion
Sie befinden sich hier: Kunst-Auktionshaus WENDLEntdeckenAuktionsberichte115. | Sommerauktion 17. bis 20. Juni 2025
Sommerfreuden voll Sinnlichkeit
Nachbericht zur Sommerauktion 2026
Wer sich vom 17. bis 20. Juni zur 115. Auktion nach Rudolstadt ins Kunst-Auktionshaus WENDL begab, konnte nicht nur ob der sommerlichen Hitzewelle ziemlich ins Schwitzen kommen. Eine opulente Offerte mit rund 3.500 Auktionslosen lockte zahlreiche Bietende aus Deutschland und 45 weiteren Ländern und versprach spannende Bietgefechte im Auktionssaal, an den Telefonen und über das LIVE-Bieten im Internet.
Mit der Versteigerung von rund 300 Skulpturen und Keramiken des Museumsnachlasses Peter Kaus erzielte WENDL Topergebnisse zur Sommerauktion. Die überwiegend zur Zeit des Jugendstils gefertigten plastischen Werke, die auf renommierte Künstler und Manufakturen zurückgehen, thematisieren im Wesentlichen die weibliche Schönheit und deren Anmut in ihren unterschiedlichsten Facetten.
Mit jeweils 10.000 € erzielten die Marmorfiguren von Emil Cauer d. J. („Die Wasserschöpferin“) und von Félix Charpentier („Das Erwachen“) die Höchstzuschläge. Die dem Bildhauer François Frédéric Lemot zugeschriebene „Schlafende Ariadne“ reüssierte mit 9.500 €, die "Tscherkessische Sklavin" mit verschleiertem Gesicht von Raffaele Monti mit 9.000 €. Für einen großen liegenden Marmor-Frauenakt mit dem allegorischen Titel „La Seine“ von Raoul François Larche fiel der Hammer bei 7.000 €. Besonders begehrt waren auch die unglasierten Terrakotten, darunter "Ariadne und der Panther" von Albert Carrier-Belleuse (Zuschlag: 7.500 €) und eine „Tamburin-Spielerin mit Faun und Putto“ von Pajou (Zuschlag: 7.000 €).
Bei den Telefonbietenden hart umkämpft waren die bronzierenden Terrakotten der Wiener Manufaktur Friedrich Goldscheider, darunter ein großes ikonisches Mosaik-Wandrelief mit drei Frauen (Zuschlag: 6.400 €), ein großes Wandrelief mit einer Frau in Landschaft und originalem Jugendstil-Rahmen (Zuschlag: 5.000 €) sowie die Großplastik "Pythia" (Zuschlag: 5.000 €).
Ein zweiter Sammlungsschwerpunkt der Auktion lag im Porzellan. Hier erzielten große Meissener Figurengruppen aus einer hessischen Privatsammlung, die vom Partner-Auktionshaus Bergmann akquiriert und katalogisiert wurden, Topzuschläge, darunter die „Allegorie: Das Glück“ (Zuschlag: 20.000 €), die „Allegorie: Der Friede“ (Zuschlag: 15.000 €) und „Hermann, der Cherusker“ (Zuschlag: 7.000 €). Ein Gothaer Brûle-parfum aus den Jahren 1772/75 ging für 8.500 € an einen Höchstbietenden, eine Gothaer Empire-Prunktasse für 5.500 €. Von 900 € auf 3.900 € wurde ein äußerst kunstvoller Meissener Teller mit Pâte-sur-pâte-Malerei gesteigert.
Zu den begehrtesten Preziosen in den Sektionen Schmuck und Uhren gehörten ein exklusives Fabergé-Ei mit einem Elefanten (Zuschlag: 13.000 €), ein schweres Gold-Collier der Pforzheimer Juweliere Abel und Zimmermann (Zuschlag: 10.000 €), ein Paar Vhernier-Clipstecker (Zuschlag: 9.000 €) und eine goldene "Panthère“-Damenarmbanduhr von Cartier (Zuschlag: 9.000 €).
Topzuschläge gab es auch im Bereich Spielzeug, das mit günstigen Limitierungen und einem erstklassigen Angebot Erzgebirgischer Spielwaren lockte. Besonders gefragt waren eine Schiffsarche mit Tieren und Figuren (Zuschlag: 4.000 €), eine lithographierte Brettarche (Zuschlag: 1.300 €), eine Brett-Stroharche mit Tieren (Zuschlag: 1.100 €), zwölf englische Soldaten von Gustav Ehnert (Zuschlag: 1.300 €) und ein Spielzeugladen mit blauen Regalen und vielfältigem Holzspielzeug (Zuschlag: 1.100 €). Unter den Puppenstuben kletterte eine große Jugendstil-Stube mit abnehmbarer Veranda sowie eine Ein-Raum-Puppenstube als barocker Festsaal von jeweils 20 € auf 1.200 €, eine klappbare Papp-Stube auf 900 € und eine seltene Gottschalk-Puppenvilla mit Aufzug und alter Einrichtung von 500 € auf 2.200 €. Eine äußerst seltene Weihnachtsuhr als Adventskalender der St.-Johannis-Druckerei in Dinglingen (Baden) wurde auf 1.700 € gesteigert.
Weitere Highlights unter den seltenen Kulturschätzen und außergewöhnlichen Raritäten waren u.a. acht Blätter eines frühneuzeitlichen Stundenbuches (Zuschlag: 6.000 €), eine historische Drogensammlung in originalem Sammlungsschränkchen (Zuschlag: 4.600 €), eine barocke Steinschlosspistole (Zuschlag: 3.300 €) und ein frühes Historismus-Schwert (Zuschlag: 2.000 €). Für einen Sankt Petersburger Barock-Glaspokal mit Monogramm der Katharina II. die Große fiel der Hammer bei 3.000 €, eine kleine barocke Apothekenflasche kletterte von 80 € auf 1.300 €. Das große Emaille-Werbeschild "Vollrath's Branntwein- und Heidelbeerwein-Ausschank" war einem Bieter 1.780 € Wert. Eine Walzenspieluhr mit figürlichem Schlagwerk wechselte den Besitzer für 3.000 €.
Am letzten Auktionstag wurde es noch einmal turbulent, als das symbolistische Gemälde „Die Blumen des Schlafes“ des französischen Malers Achille Théodore Cesbron versteigert wurde. Gegen zahlreiche Telefonbietende setzte sich ein LIVE-Bieter durch und gewann das Bild für 13.000 €. Beliebt waren außerdem Landschaftsmotive. Den Zuschlag bei 13.000 € erzielte eine qualitätvolle Küstenlandschaft eines spätbarocken Malers. Für 6.000 € ging eine spätbarocke Festszene über den Tisch. Carl Knaufs spätimpressionistisches Werk "Kopfweiden in Nidden" verkaufte sich für 10.000 € an einen Bietenden im Ausland. Eine „Courbet“ bezeichnete Landschaftsstudie mit Fluss und dichter Baumgruppe am Ufer erreichte 4.600 €, die Darstellung eines abgelegenen Bauernhofs in den Alpen 6.500 €.
Die Moderne war unter anderem vertreten mit einem unbetitelten Werk des Bauhaus-Künstlers Josef Albers (Zuschlag: 5.500 €), einem unbetitelten Prägedruck von Günther Uecker (Zuschlag: 2.400 €) und die Stadtansicht “Ville La Nuit” von Frans Masereel (Zuschlag: 3.600 €).
Auch nach 35 Jahren steht das Kunst-Auktionshaus WENDL für ein familiäres und serviceorientiertes Unternehmen, das Sammlern, Händlern und Kunstbegeisterten ein breites Spektrum an Kunst- und Wertobjekten offeriert. Eine Verkaufsquote von durchschnittlich 85 % lässt zuversichtlich in den Herbst blicken. Wer ebenfalls einliefern möchte, meldet sich bitte über +49 3672 424350 oder schreibt eine E-Mail mit Fotos der Objekte an kontakt@auktionshaus-wendl.de. Ware für die Herbstauktion (28. bis 31. Oktober 2026) werden bis zum 17. Juli nach Terminabsprache entgegengenommen.
Wer noch stöbern möchte oder auf der Suche nach dem ein oder anderen Lieblingsstück ist, schaut am besten online in den Nachverkauf. Dort gibt es nicht verkaufte Stücke zum Limitpreis (zzgl. 24,99 % Provision inkl. USt.). Im Haus kann ab Dienstag, den 23. Juni, im Nachverkauf zu unseren regulären Öffnungszeiten geschaut werden.
Wir freuen uns auf Sie!
Ihr Kunst-Auktionshaus WENDL
