114. | FrühjahrsAuktion
Sie befinden sich hier: Kunst-Auktionshaus WENDLEntdeckenAuktionsberichte114. | Frühjahrsauktion 25. bis 28. Februar 2026
Ein Frühlingsreigen der Extraklasse
Nachbericht zur Frühjahrsauktion 2026
Mit einem fulminanten Auftakt zur Frühjahrsauktion startete WENDL in das Auktionsjahr 2026. Gleich zwei renommierte Sammlungen bildeten die Schwerpunkte der insgesamt 3.500 Lose umfassenden Auktion, die mit hochkarätigen Kunstwerken aus Jugendstil und Art déco besetzt war.
Den Topzuschlag mit 110.000 € erzielte die „Adagio“ betitelte Bronze-Plastik des Bildhauers Georg Kolbe aus den späten 1920er Jahren. Der Bronzeguss, der noch zu Lebzeiten des Künstlers in einer Auflage von 15 Exemplaren entstand, ging nach einem spannenden Bietgefecht an einen Telefonbieter aus Deutschland. Die Plastik stammt wie der „Turm der Mütter“ von Käthe Kollwitz (Zuschlag: 12.000 €), die „Frierende Alte“ von Ernst Barlach (Zuschlag: 7.000 €) und die weibliche Büste „Andacht“ von Ivan Mestrovic (Zuschlag: 6.000 €) aus dem dritten Teil der äußerst umfangreichen und exklusiven Privatsammlung des Unternehmers Kurt Adelsberger, die vom Auktionshaus Bergmann akquiriert und katalogisiert und durch das Kunst-Auktionshaus WENDL versteigert wurde. Weitere Toplose dieser Sammlung waren zwei große Bronze-Tischlampen von Agathon Léonard (Zuschlag: 18.000 € und 16.000 €), eine große Jugendstil-Tischlampe von Daum Frères & Louis Majorelle (Zuschlag: 10.200 €) sowie zwei Bronze-Tischlampen von Raoul Larche (Zuschlag: 15.000 € und 13.000 €). Von zahlreichen Telefonbietenden umkämpft waren auch der „Hagener Torso“ von Wilhelm Lehmbruck (Zuschlag: 5.000 €), eine Bronze-Vase mit Ornamentrelief von Gustav Gurschner (Zuschlag: 6.000 €) und ein Art-déco-Wandspiegel des Wiener Designers und Kunsthandwerkers Karl Hagenauer (Zuschlag: 3.000 €). Drei Jugendstil-Wandbehänge der Scherrebeker Webschule mit Vogelmotiven erreichten ansehnliche Ergebnisse von 5.500 € bis 7.500 €.
Den zweiten Sammlungsschwerpunkt bildete mit über 250 Losen der Museumsnachlass des leidenschaftlichen Sammlers Peter Kaus. Der Nachlass beeindruckte mit einer großen Anzahl an außergewöhnlichen Keramiken der Wiener Manufaktur Friedrich Goldscheider, Porzellanfiguren und Skulpturen aus Bronze, Marmor und Alabaster. Die meisten Stücke waren bereits Ausstellungsexponate der Sonderschau „Exotik, Verführung, Glamour – Die Weltmarke Goldscheider“, die 2015 im Grassi Museum Leipzig zu sehen war. Dr. Filipp Goldscheider, der mit dem Museumsbestand des bereits verstorbenen Sammlers Peter Kaus vertraut war, gab in einem exklusiven Sondervortrag der im Rahmen der Vorbesichtigungstage im Auktionshaus stattfindenden Vortragsreihe „Kunst erklärt“ Einblicke in das Schaffen und die Welt der Manufaktur Goldscheider. Zu den Highlights der komplett verkauften Sammlung gehörten u.a. die lebensgroße Keramikfigur "Stehender Akt mit Tuch" des Künstlers Robert Metzkes (Zuschlag: 7.500 €), die Goldscheider-Terrakotta-Büste „Theodora" (Zuschlag: 2.800 €) und die Art-déco-Tänzerin "Der Gefangene Vogel", die trotz einer fehlenden Hand 2.600 € erzielte. Eine antikisierende Marmor-Büste wurde für 4.600 €, eine Marmor-Büste nach Jean-Antoine Houdon für 2.800 € zugeschlagen.
Weiterer Auktionshöhepunkt war das überlebensgroße Barockgemälde des niederländischen Malers Gerrit van Honthorst, das Johann Ernst von Nassau-Siegen, einen General des Dreißigjährigen Krieges, zeigt und für 47.000 € versteigert wurde. Für Wilhelm Kuhnerts “In Eintracht” betiteltes Savannenbild mit Zebras, Giraffen und Antilope fiel der Hammer bei 11.000 €. Das Porträt von „Mary Stuck“, der Tochter des Künstlers Franz von Stuck, erhielt den Zuschlag bei 10.500 €, gefolgt von einem Damenporträt der Belle Époque, welches für 7.000 € zugeschlagen wurde. Das Bildnis einer indischen Frau war so begehrt, dass es von 180 € auf 8.000 € gesteigert wurde und nun nach Indien geht. Großen Anklang fanden zudem Bleistiftzeichnungen von Ernst Ludwig Kirchner (Zuschlag: 3.000 € und 3.300 €). Zwei russische Barock-Glaspokale mit dem Porträt der Zarin Katharina II. die Große waren einem Bieter 13.000 € und 8.500 € Wert.
Höchstzuschläge im Porzellan gewannen eine große Meissener Figurengruppe mit allegorischer Darstellung des Ackerbaus (Zuschlag: 10.000 €), ein großer Meissener Tafelaufsatz mit Allegorie „Die bildende Kunst“ (Zuschlag: 6.500 €) und eine sogenannte "Französische Vase" mit dem Porträt von Friedrich Wilhelm III. der KPM Berlin aus der Zeit um 1830 (Zuschlag: 7.000 €). Liebhaber höfischen Porzellans begeisterten sich zudem für die Ansichtentasse „Berlin“ (Zuschlag: 1.700 €) und den Ansichtenteller „Potsdam“ (Zuschlag: 1.600 €) der KPM Berlin sowie für eine seltene russische Empire-Tasse mit Röschenmalerei, die 3.300 € erzielte.
Fernöstliche Raritäten waren vertreten mit einem silberintarsierten Metalltisch im Mameluken-Stil (Zuschlag: 4.600 €) und einem traditionellen, indischen Saiteninstrument, das von 20 € auf 850 € kletterte. Ein früher Katar-Stoßdolch wurde von 150 € auf 6.000 € gesteigert, ein wohl sächsisches Radschlossgewehr aus dem 16. Jahrhundert erzielte 7.500 €. Die barocke Ausgabe von „Captain Cooks“ Reiseberichten und Tagebucheinträgen ging für 1.200 € über den Tisch. Besonders beliebt waren auch die Biedermeier-Spielkartensets mit Figuren aus historischen Romanen (Zuschlag: 1.300 €), mit bürgerlichen Figuren und Tiermotiven (Zuschlag: 1.900 €) sowie die „Musikalische Zauberkarte“, ein beliebtes Kartenspiel des ausgehenden 19. Jahrhunderts (Zuschlag: 2.400 €).
Ganz in österlicher Vorfreude reüssierten in der Sektion Spielzeug ein großer Füllosterhase (Zuschlag: 2.400 €) und ein Osterkonvolut mit Candybox (Zuschlag: 1.800 €). Zwei Steiff-Teddys (Zuschlag: 2.000 €) und ein seltenes schreiendes Baby mit Stoffkörper von J.D. Kestner (Zuschlag: 1.900 €) fanden ebenfalls ein neues Zuhause. Großes Interesse gab es an einer goldenen Glashütte Original-Armbanduhr "Senator" mit Panoramadatum und automatischem Werk, die auf 8.500 € gesteigert wurde.
Die durchgehend hohe Verkaufsquote von rund 90 Prozent in allen Kategorien während der viertägigen Auktion bestätigt das umfassende Angebot und die gelungene Auswahl der Auktionsware, die für jeden Geschmack und jedes Budget etwas bereithält. Rund 10.000 Anmeldungen zum Bieten über die WENDL Website, im Auktionssaal und LIVE über vier internationale Auktionsplattformen sowie zahlreiche Neuregistrierungen bestätigen das fortwährende Interesse am Kunstmarkt und am Handwerk der vergangenen Epochen sowie die Nachfrage nach Designobjekten mit zeitlos schöner Eleganz.
Wer den Nervenkitzel des Mitsteigerns verpasst hat oder bislang leer ausgegangen ist, schaut am besten gleich in den Nachverkauf. Dort gibt es noch das ein oder andere schöne Sammlerstück zum Limitpreis zzgl. 21 % Aufgeld und USt.
Die nächste Auktion findet vom 17. bis 20. Juni 2026 statt. Annahmeschluss ist der 27. März. Vereinbaren Sie gleich einen Termin unter +49 3672 424350 oder schreiben Sie uns eine E-Mail mit Fotos der Objekte an kontakt@auktionshaus-wendl.de!
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Ihr Auktionshaus WENDL
