116th | AutumnAuction
You are here: Kunst-Auktionshaus WENDLDiscoverAuction reports116th | Autumn Auction 29 to 31 October 2026
Vorbericht zur Herbstauktion 2026
Auch wenn die Tage kürzer werden und der Herbst naht, gibt es doch mit der Herbst-Auktion bei WENDL vom 28. bis 31. Oktober 2026 einen Grund zur Vorfreude auf die kalte Jahreszeit: eine reichhaltige Offerte aus 3.500 Losen in einer Vielzahl von Kategorien lässt Sammlerherzen höherschlagen. Angesichts der Provenienzen einiger der angebotenen Lose möchten wir fast vom ‚krönenden Abschluss‘ unseres Auktionsjahres sprechen:
Highlight der Herbst-Auktion sind ein Paar imposante viktorianische Silberleuchter aus royalem Besitz (H 100 cm, ca. 34 kg, Limit 65.000 €, Schätzpreis 65.000-150.000 €), angefertigt durch den Londoner Meister Robert Garrard II. Sie wurden erst kürzlich an die Erben des ehemaligen Schokoladenfabrikanten Dr. Ernst Hüther (Villa Bergfried, Saalfeld) restituiert und zur Versteigerung freigegeben. Anhand der dargestellten Wappen und einer Abbildung in den "Illustrated London News" von 1875 lassen sie sich eindeutig als die verschollen geglaubten Kandelaber aus dem Hochzeitsgeschenks der City of London an Prinz Alfred, Herzog von Edinburgh, Sohn Königin Victorias, und seine Frau Großfürstin Maria Alexandrowna anlässlich ihrer Vermählung am 23. Januar 1874 im Winterpalast in St. Petersburg identifizierten. Alfred wurde später Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, und die Leuchter gelangten wohl mit dem Umzug nach Thüringen, wo sie seit 1929 nachweislich erst in Saalfeld und dann in Rudolstadt verblieben und in Vergessenheit gerieten. Sie sind Zeitzeugen der königlichen, politischen sowie persönlichen Verbindungen der Königs- und Fürstenhäuser von Großbritannien, Russland und Sachsen-Coburg & Gotha.
Ein weiteres Objekt mit royalen Anklängen, ebenfalls aus der Kategorie Silber, ist ein großer Preispokal mit Widmung von Kaiser Wilhelm II. aus dem Jahr 1909 (Limit 5.500 Euro).
Wer die besondere Qualität schätzt, auf die sich in der Vergangenheit selbst Königinnen verließen, wird bei den Uhren fündig. Eine Taschenuhr mit Goldgehäuse, einem Übergehäuse aus Schildpatt sowie diamantbesetzten Zeigern (Limit 950 Euro) des Londoner Uhrmachermeisters Daniel de St Leu, ab 1765 Hofuhrmacher der englischen Königin Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, besticht durch Funktionalität und der Verwendung von erlesensten Materialien, die die museale Qualität der Taschenuhr unterstreichen. Von der anderen Seite des Ärmelkanals erreichte uns eine Kaminuhr des Pariser Uhrmachers François Viger, dessen Louis-seize Kaminuhr aus der Zeit um 1770 (Limit 900 Euro) durch ihren erstaunlichen Erhaltungszustand verzaubert, als habe sie gerade noch auf einem Sims in Versailles oder in einem der berühmten Pariser Salons gestanden. Auch all jene, die nicht auf eine Zeitreise aus sind, sondern lieber in die Zukunft blicken, dürften beispielsweise bei den Uhren hochwertiger moderner Hersteller wie Cartier und Jaeger-LeCoultre auf ihre Kosten kommen.
Freunde eines so hochwertigen wie hochherrschaftlichen Einrichtungsstils dürfen sich auf die angebotenen Möbel freuen, bei denen besonders ein großer Gobelin aus dem 17./18. Jahrhundert (Limit 3.900 Euro) und zwei barocke Tabernakelsekretäre (einer datiert 1761, aus Adelsbesitz, Limite jeweils 900 Euro) aus dem ausgesuchten Angebot von Einrichtungsständen herausstechen.
Die Skulpturen, die mit einem weiteren Teil dem Museumsnachlass Peter Kaus bestückt sind, warten ebenfalls mit einem breiten Angebot aus verschiedensten Stilen und Motiven auf, auch Großfiguren von einer Größe bis 110 cm in Marmor und Bronze dürfen nicht fehlen. Gespannt dürfen Interessent:innen auf die Glanzlichter der Kategorie sein, ganz besonders die Büste "Pourquoi naître esclave N°1" (Limit 2.800 Euro), ein posthumer Guss des 19. oder 20. Jahrhunderts nach dem Entwurf des Künstlers Jean-Baptiste Carpeaux. Diese bringt Architekturgeschichte ins Auktionshaus, entstand die Büste doch im Kontext von Vorentwürfen des Künstlers für den Pariser Brunnen der Vier Erdteile (Fontaine des Quatre-Parties-du-Monde) im Jardin du Luxembourg.
Weitere spannende Lose wie die „Große Bronze einer stehenden Frau“ (Limit 2.800 Euro) des für seine sinnlichen Entwürfe zwischen Belle Époque und Art déco bekannten Künstlers Bruno Zach, ein „Mädchenakt mit Tuch“ (Limit 4.200 Euro) nach dem Entwurf von S. Gyoty, eine „große Marmorfigur eines jungen Mädchens als Allegorie auf den Winter“ (Limit 3.900 Euro) und die „Chryselephantine Jugendstil-Tänzerin“, dem Künstler Louis Sosson zugeschrieben (Limit 900 Euro), stehen an dieser Stelle nur schlaglichtartig für die mit über 180 Positionen gut gefüllte Kategorie.
Ebenfalls reichhaltig ist das angebotene Porzellan mit über 600 verschiedenen Losen, die die Geschichte der europäischen Porzellanherstellung vom Barock bis in die Gegenwart, von Gebrauchs- bis Dekorationsobjekten dokumentieren. So stehen beispielsweise ein seltenes Présentoir mit Kauffahrteimalerei aus der Manufaktur Meissen (Limit 650 Euro) und ein barockes Meissenservice mit gekreuztem Spalierdekor (Limit 2.800 Euro) für die Frühzeit der Verarbeitung des ‚weißen Goldes‘ Pate, dessen kreativ und stilistisch wechselvolle Geschichte sich ebenso im 3. Teil der Sammlung von KPM Tassen und Tellern als auch in bedeutenden regional hergestellten Kunstobjekten wie dem Großen Chinesenpaar aus den Schwarzburger Werkstätten Unterweißbach (Limit 2.800 Euro) erkennen lässt. Mit einer Schale aus dem Damaskus-Service Kaiser Wilhelms II. (Limit 240 Euro) dürfen sich auch Porzellanfreunde über ein Objekt mit royaler Provenienz freuen.
Den Glanz vergangener wie gegenwärtiger Zeiten gibt es auch beim Schmuck mit über 300 Losen zu erleben. Qualitätvolle Preziosen vom 18. bis zum 21. Jahrhundert laden zum Stöbern ein und bieten individuelle ‚Kronjuwelen‘ für jeden Geschmack.
Ein weiteres, im wahrsten Sinne des Wortes, bestechendes Angebot ist die große Auswahl an etwa einhundert historischen Stichwaffen. Wer einen Stich anderer Art machen möchte, sollte sich daran erinnern, dass als Trumpf ein Höchstgebot gespielt werden muss, wenn etwa ein Dutzend seltener historischer Kartenspiele zum Aufruf kommen.
Keinen stichhaltigen Grund braucht, wer so kurz vor Weihnachten beim Spielzeug auf einen Zuschlag aus ist: mit Erzgebirgsfiguren aus mehreren privaten Sammlungen, darunter drei seltene Schiffsarchen, mehrere Schönhut-Konvolute Humpty-Dumpty-Zirkusfiguren und -Tiere sowie eine umfangreiche Sammlung Christbaumschmuck versprechen verfrüht-vorweihnachtliche Freude zur Auktion. Das Spielzeugangebot wird durch die gewohnt breit aufgestellte Puppen-Sparte, darunter auch drei Automaten, sowie die Fortsetzung der Veräußerung einer hochwertigen und dennoch unlimitiert angebotenen Puppenstubensammlung abgerundet.
Glasklare Favoriten in der Kategorie Glas sind zwei seltene russische Objekte aus Hyalithglas: ein Flacon (Limit 1.200 Euro) und eine Flasche (1.1000 Euro), jeweils zwischen etwa 1825 und 1850 in Sankt Petersburg hergestellt. Auch ein seltenes Kelchglas von Peter Behrens (Limit 1.200 Euro) wird zum Aufruf kommen.
In der Kategorie Grafik kommt mit Otto Dix‘ „Martha“ (Limit 900 Euro) und der Arbeit „La Muse“ des britischen Fotokünstlers David Hamilton (Limit 1200 Euro) auch die Moderne nicht zu kurz.
Die über 800 Positionen Gemälde warten sowohl mit vielen kleineren und größeren Überraschungen zwischen Barock und Moderne, als auch mit spannenden Arbeiten namhafter Künstler auf, so beispielsweise „Grüner Wald“ von Christian Rohlfs (Limit 5.000 Euro), Jörg Immendorffs „Kriegsblatt“ (Limit 4.600 Euro), einer unbetitelten Arbeit von Rodolo Nieto (Limit 2.800 Euro), Wilhelm Beckmanns Historiengemälde „Hussiten nehmen vor der Schlacht das Abendmahl“ (Limit 3.600 Euro), Max Slevogts „Junge Frau Mit Schwert“ (Limit 3.000 Euro), oder Elisabeth von Eickens „Weiden am Teich“ (Limit 1.500 Euro). Auch Carl Arp, Wilhelm Trübner, Arnold Balwé, Charles Crodel oder der barocke niederländische Maritim- und Marinemaler Hendrik Jacobsz. Dubbels sind vertreten.
Alle Kunstbegeisterten dürfen sich auf das Erscheinen des Auktionskatalogs Ende September und die Vorbesichtigung vom 23. bis 27. Oktober 2026 mit Öffnungszeiten täglich zwischen 10:00 und 18:00 Uhr freuen. Am 24. Und 25. Oktober wird es wieder Kurzvorträge zu Sammelthemen geben.
Das Auktionshaus WENDL-Team lädt Sie online und persönlich vor Ort herzlich zum Stöbern und Entdecken, Suchen und Finden ein!
