Kunst-Auktionshaus Wendl
3. November 2018

92. | Herbstauktion 25. - 27. Oktober 2018

Max Asperger: Im Webicht bei Weimar, (18)89

Nachbericht zur 92. Auktion

Der Slogan „World-wide-Wendl“, gute Werbung und die Vermarktung über mehrere internationale Auktions-Plattformen bescherten dem Kunst-Auktionshaus erstmals nahezu 2300 Registrierungen zum Live-Bieten, mehr als 400 Telefonbieter und ca. 2500 schriftliche Gebote. Doch trotz der weltweiten Vernetzung durch das Internet mit dem Trend zum Online-Kauf und einiger Straßensperrungen auf dem Weg ins Thüringische Rudolstadt war der Saal mit Bietern aller Altersklassen gut gefüllt. Nach Abschluss der Auktion waren bereits 70 % der eingelieferten Antiquitäten und Kunstobjekte durch die beiden Auktionatorinnen Anke und Julia Wendl nach dreitägigem Auktionsmarathon verkauft.



Konvolut Christbaumschmuck aus der Sammlung Joos | Seltener Weihnachtsmann auf Schlitten mit Rentieren

Ansehnliche Ergebnisse brachte eine Pfeifensammlung aus Thüringer Besitz, die unmittelbar danach versteigert wurde. Für den ersten Applaus sorgte ein emaillierter Altaraufsatz der Ming-Dyanstie (K 477) aus der Sparte „Asiatika“. Anfragen aus aller Welt ließen schon im Vorfeld Gutes ahnen. Zwei extra angereiste Saalbieter, 6 Telefonbieter und zahlreiche Internet-Livebieter steigerten das begehrte Stück schließlich von 240 auf 28.000 Euro. In der Kategorie „Uhren“ beeindruckte eine kuriose Schweizer Jugendstiluhr (K 1247), deren fächerförmige Gestalt zum Bieten von 600 auf 2000 Euro animierte. Den Zuschlag für eine frühe Malerpuppe (K 1322, Limit: 240 Euro) errang bei 1700 Euro ein Bieter aus Italien. Katalog-Nr. 1371, eine Einzeiger-Schreibmaschine „Olympia-Plurotyp“ aus den 1930er Jahren, wurde von 150 Euro auf 2200 Euro gesteigert, ein höfischer Spazierstock mit Silberknauf aus dem 18. Jahrhundert (K 1391, Limit: 90 Euro) erhielt seinen Zuschlag bei 800 Euro, während ein barockes Kartenspiel mit Originaletui aus dem 18. Jahrhundert (K 1425, Limit: 120 Euro) für 1900 Euro veräußert werden konnte.

Am Freitag herrschte bereits am Morgen während der Versteigerung des Spielzeuges Aufregung unter den Mitbietern. Neben den Puppen und anderen Spielzeugen wurden zur richtigen Zeit seltene Weihnachtsartikel eingeliefert. Darunter war ein Weihnachtsmann mit Schlitten und 2 beweglichen Rentieren (K 1654, Limit: 1500 Euro) aus dem 1. Drittel des 20. Jahrhunderts, der in einem spannenden Bietgefecht letztendlich für 15000 Euro versteigert werden konnte und dem einen oder anderen Bieter so manche Schweißperle auf die Stirn drückte. Kurz darauf folgte das nächste „Weihnachtsmärchen“. Das unlimitierte „Sebnitzer Schattenspiel“ (K 1661) stieg auf unglaubliche 6500 Euro. Bei dieser seltenen Hänge-Pyramide handelt es sich um einen tatsächlichen Dachbodenfund, den das Wendl-Team bei einer Sammlungsauflösung in Sachsen auftat. Nur drei Positionen später folgte ein Weihnachtszwerg aus Gips (K 1664, Limit: 40 Euro) mit stolzen 3600 Euro als Zuschlag. Tolle Ergebnisse erzielte auch der Christbaumschmuck des Ehepaares Joost, die ihre über Jahrzehnte angelegte Sammlung mit den unterschiedlichstem Christbaumschmuck in die Obhut des Auktionshauses Wendl gaben. Auch Stücke der anderen Kategorien wurden hoch beboten. Ein sogenannter Kuttrolf (K 2323, Limit: 390 Euro) – ein gläsernes Scherzgefäß – aus dem Nachlass des Kammerherrn und Adjutanten des Fürsten Friedrich Günther von Schwarzburg-Rudolstadt (1793 – 1867), konnte für 2600 Euro versteigert werden, eine keramische Historismus-Vase (K 2422) kletterte beispielsweise von 60 auf 4200 Euro. Im Saal waren viele glänzende Augen zu beobachten, als ein Bankportugalöser der Stadt Hamburg zu 10 Dukaten (K 2604, Limit: 5000 Euro) aus dem Jahr 1672 für 10000 Euro zugeschlagen wurde. 
Bei der Versteigerung der Möbel am Abend gab es keinen freien Platz mehr im Saal. Ein barocker Aufsatz-Sekretär (K 3229, Limit: 2800 Euro) konnte für 7000 Euro zugeschlagen werden und eine Barock-Kommode mit Metallintarsien (K 3239, Limit: 1500 Euro) fand einen neuen Besitzer für 6000 Euro. Bei einem um 1900 nach einem Entwurf von Otto Ubbelohde gefertigten Scherrebeker Wandbehange (K 3053, Limit 240 Euro) fiel der Hammer bei 2400 Euro. Auch die weit beworbene Veräußerung des Inventars der Kasseler Villa Rühl erzielte gute Ergebnisse. Besonders hervorzuheben ist hier ein ausziehbarer Barock-Tisch mit Baluster-Beinen (K 3162), der von seinem Limit mit 390 für 3300 Euro versteigert werden konnte.



Kuttrolf, Deutschland, 17. Jh. | Ausziehbarer Barock-Tisch, 18. Jh. |  Historismus-Vase mit montiertem Metallfuß, Ende 19. Jh.

Am Samstag folgten nach der Versteigerung des Porzellans, das wie gewohnt von Sammlern, Händlern und Liebhabern hoch beboten wurde, die Kategorie „Moderne“ und zu guter Letzt die Gemälde. Ein kleines Ölgemälde aus der Werkstatt des Johann Heinrich Tischbein d. Ä. mit einem Bildnis des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel (K 4182, Limit: 650 Euro), welches auch den Einband des Kataloges schmückt, konnte für 8000 Euro veräußert werden. Carl Arps Baumgruppe (K 4166, Limit: 460 Euro) wechselt für 5000 Euro die Wände. Albert Muellers Abstrakte Szene (K 4568) erreichte bei einem Limit von 240 Euro stolze 8000 Euro, während Max Pechsteins Tuschzeichnung „Kurenkähne zwischen zwei Bäumen“ (K 4600) innerhalb kürzester Zeit von 3000 auf 9000 Euro hochschnellten. Kurz vor Schluss konnte Ferdinand Wagners Damen mit Kindern im Park (K 4802, Limit: 1800 Euro) für 6500 Euro versteigert werden. Bis zur Versteigerung der letzten Position K 4838, Auerhähne des polnischen Malers Ignacy Zygmuntowicz (Limit: 550 Euro), bei der der Hammer bei 1900 Euro fiel, blieben der Auktionssaal gefüllt, die telefonischen Mitbieter geduldig und die Live-Bieter aktiv.



Vase mit Mohnblumendekor, Daum. Um 1900/05 | Malerpuppe, wohl 1. Hälfte 19. Jh. | Ferdinand Wagner: Damen mit Kindern im Park, (18)94?


Die nächste Auktion findet vom 28. Februar bis 2. März 2019 statt. Der Einlieferungsschluss ist der 30. November 2018. Liefern Sie jetzt ein und starten Sie gemeinsam mit uns in den Frühling!



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